Level: A2
Words: 571
Es war ein warmer Abend im Sommer.Die Sonne war schon fast weg, aber die Luft war noch warm.Anna stand auf dem Balkon ihrer Wohnung und schaute auf die Straße.Unten fuhren Autos vorbei, Menschen gingen langsam nach Hause.Man hörte Stimmen, Musik aus einer offenen Bar und das Klingeln von Fahrrädern.
Der Balkon war nicht groß.Es gab einen kleinen Tisch, drei Stühle und viele alte Blumentöpfe.Einige Pflanzen waren grün, andere waren fast tot.Anna hatte sie lange nicht gegossen.Sie dachte oft, dass sie sich besser kümmern sollte, aber sie tat es selten.
Nach und nach kamen ihre Freunde.Zuerst kam Paul.Er brachte Bier mit und stellte die Flaschen auf den Tisch.„Es ist wirklich heiß heute“, sagte er und setzte sich.Anna nickte.Sie wusste nicht, was sie antworten sollte, obwohl die Frage einfach war.
Dann kam Lea.Sie trug ein leichtes Kleid und hatte ihre Schuhe in der Hand.„Ich kann nicht mehr laufen“, sagte sie und lachte kurz.Sie setzte sich auf den Boden und lehnte sich an die Wand.Alle schwiegen einen Moment.Es war kein unangenehmes Schweigen, eher ein müdes.
Sie tranken Bier und sahen auf die Straße.Niemand hatte es eilig.Paul erzählte eine kurze Geschichte aus der Arbeit, aber er hörte mitten im Satz auf.Er wusste nicht mehr, warum er angefangen hatte zu sprechen.Lea schaute auf ihr Handy, legte es dann wieder weg und sagte nichts.
Anna dachte an früher.Früher hatten sie oft zusammen gesessen und lange geredet.Über Pläne, Reisen, Ideen.Jetzt waren sie noch immer zusammen, aber alles war leiser.Sie fragte sich, ob das normal war oder ob etwas fehlte.
Ein Nachbar spielte Musik.Es war ein altes Lied, das Anna kannte, aber sie wusste nicht mehr, woher.Die Musik war nicht laut, sie war einfach da.Paul wippte mit dem Fuß.Lea schloss kurz die Augen.
„Erinnerst du dich an das Haus am See?“, fragte Lea plötzlich.Anna sah sie an.Paul schaute jetzt auch hoch.Das Haus am See war lange her.Sie waren jung gewesen, hatten wenig Geld gehabt und viel Zeit.Sie hatten gedacht, dass alles offen war.
„Ja“, sagte Anna.Mehr sagte sie nicht.Sie wusste nicht, was sie noch sagen sollte.Paul trank einen großen Schluck Bier und nickte nur.Keiner fragte weiter.
Die Sonne war jetzt ganz weg.Es wurde langsam dunkel.Anna zündete eine kleine Lampe an.Das Licht war schwach, aber es reichte.Sie sah ihre Freunde an und dachte, dass sie sie mochte, auch wenn sie sich manchmal fremd fühlten.
Ein Auto hielt unten an der Straße.Jemand stieg aus und lachte laut.Für einen kurzen Moment dachte Anna, dass etwas passieren könnte.Vielleicht würde jemand etwas Wichtiges sagen.Vielleicht würde sich etwas ändern.
Aber nichts passierte.Paul stand auf und sagte, dass er morgen früh arbeiten musste.Lea sagte, dass sie auch gehen wollte.Sie umarmten sich kurz.Es war eine freundliche Umarmung, aber keine lange.
Als Anna allein auf dem Balkon stand, blieb sie noch einen Moment draußen.Sie hörte die Geräusche der Stadt und atmete tief ein.Sie dachte, dass dieser Abend ruhig gewesen war.Nicht gut und nicht schlecht.Einfach da.
Dann ging sie hinein und schloss die Balkontür hinter sich.
This text is an original educational short story written in simplified German (A2 level). It is inspired by the general atmosphere and themes of modern German literature. It does not reproduce, translate, summarize, or adapt any specific copyrighted text. All characters, places, and events are fictional and created solely for educational purposes.