Am Morgen danach - Kapitel 4

Level: A2

Words: 482

Am nächsten Morgen wachte Anna früh auf.Das Fenster war offen, und kühle Luft kam in die Wohnung.Sie blieb noch einen Moment liegen und hörte die Geräusche der Stadt.Ein Bus fuhr vorbei, irgendwo sprach jemand laut.

Anna stand auf und ging in die Küche.Sie machte Kaffee und setzte sich an den Tisch.Der Abend von gestern war noch in ihrem Kopf.Der Anruf hatte sie nicht losgelassen.Sie nahm ihr Handy und sah auf das Display.Keine neue Nachricht.

Sie trank einen Schluck Kaffee und schaute aus dem Fenster.Der Himmel war grau, aber es regnete nicht mehr.Unten ging eine Frau mit einem Hund vorbei.Alles wirkte normal, fast ruhig.

Anna dachte an Markus.Sie fragte sich, warum er gerade jetzt angerufen hatte.Vielleicht war es Zufall.Vielleicht auch nicht.Sie wusste, dass sie darüber nachdenken würde, auch wenn sie es nicht wollte.

Nach dem Frühstück zog Anna sich an und verließ die Wohnung.Auf der Straße war es stiller als sonst.Viele Menschen waren schon bei der Arbeit.Anna ging langsam zur Haltestelle.

In der Straßenbahn setzte sie sich ans Fenster.Sie sah die Häuser vorbeifahren.Einige Fenster waren offen, andere geschlossen.Sie dachte, dass jeder Mensch seinen eigenen Morgen hatte.

An der nächsten Haltestelle stieg Lea ein.Anna war überrascht.„Guten Morgen“, sagte Lea und lächelte müde.Sie setzten sich zusammen.

„Du siehst müde aus“, sagte Anna.Lea nickte.„Ich habe schlecht geschlafen“, sagte sie.Dann fragte sie: „Und du?“Anna zögerte kurz.

„Mich hat jemand angerufen“, sagte Anna.„Gestern Abend.“Lea sah sie an.„Wer?“Anna antwortete nicht sofort.Dann sagte sie: „Jemand von früher.“Lea fragte nicht weiter.

Sie fuhren ein paar Minuten schweigend.Das Geräusch der Bahn war gleichmäßig.Anna mochte diesen Moment.Er war einfach.

„Willst du später einen Kaffee trinken?“, fragte Lea plötzlich.Anna nickte.„Gerne.“Es fühlte sich gut an, etwas geplant zu haben, auch wenn es klein war.

Anna stieg eine Haltestelle früher aus.Sie wollte noch ein Stück zu Fuß gehen.Die Luft war frisch.Sie atmete tief ein und fühlte sich ein wenig klarer.

Auf dem Weg kaufte sie Brot in einer kleinen Bäckerei.Die Verkäuferin wünschte ihr einen schönen Tag.Anna sagte „Danke“ und meinte es.

Zu Hause setzte sie sich wieder an den Tisch.Sie schrieb ein paar Dinge auf einen Zettel.Einkaufen, Wäsche, später Kaffee mit Lea.Kleine Aufgaben, aber sie halfen.

Anna dachte wieder an Markus.Sie wusste, dass sie eine Entscheidung treffen musste.Nicht heute, aber bald.Sie legte das Handy neben den Zettel.

Der Morgen ging langsam vorbei.Anna fühlte sich nicht glücklich, aber auch nicht traurig.Sie war wach und da.Manchmal war das genug.